Julia Menke

Equal Pay Day für Studentinnen bereits im Januar!

Julia Menke
Julia Menke
veröffentlicht am 6.3.2022

Üblicherweise kennzeichnet der Equal Pay Day in den verschiedenen Ländern rechnerisch den Tag, bis zu dem oder ab dem Frauen unentgeltlich arbeiten würden, wenn sie ab oder bis zu dem Tag (gesamtgesellschaftlich) die gleiche Lohnsumme wie die Männer bekämen. In Deutschland fällt er 2022 auf den 7. März. Für Studentinnen jedoch wäre der Equal Pay Day bereits am 2. Januar gewesen, denn in den vergangenen Jahren hat sich die Lohnlücke im Bereich der studentischen Nebenjobs zunehmend geschlossen. 

Tabelle GenderPayGab Jahresverlauf

Unbereinigter versus bereinigter Gender Pay Gap

Zu unterscheiden gilt hier hinsichtlich Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen, Studenten und Studentinnen und bereinigter und unbereinigter Gender Pay Gap.

Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht allgemein den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer*innen miteinander. Somit wird auch der Teil des Verdienstunterschieds erfasst, der beispielsweise durch unterschiedliche Berufe oder Karrierestufen verursacht wird. Dagegen misst der bereinigte Gender Pay Gap den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien. Strukturbedingte Faktoren sind hier also weitgehend herausgerechnet. 

Blickt man allein auf studentische Jobs, so ergibt sich ein anderes Bild: Studentinnen und Studenten verdienen im Schnitt in ihren Jobs nahezu gleich viel – lediglich 0,6 % Unterschied. Diese Ergebnisse entstammen unserer Fachkraft 2030-Datenerhebung.

Tabelle GenderPayGap Taetigkeitsbereich

Gender Pay Gap in Bezug auf Gehaltserwartung nach Studium

Gibt es im Studium kaum ein Lohngefälle, passiert etwas Entscheidendes beim Übergang in den Beruf nach Studienabschluss. Nach dem Studium sehen wir eine reale Lohnlücke und Studentinnen erwarten auch weniger Gehalt als Studenten – obwohl sie das identische Studienfach belegt haben und in derselben Zielbranche arbeiten wollen. Es geht hier also nicht um Lohnunterschiede wegen schlechter bezahlten Arbeitsbereichen oder Branchen.

So erwarten Studenten nach dem Studium deutlich mehr Gehalt als Studentinnen. Ihre Erwartungen übersteigen die ihrer Kommilitoninnen im Laufe des zukünftigen Berufslebens um bis zu 20 % (die Werte sind hier bereinigte Werte). Ein Student beispielsweise im Fach Maschinenbau, der später als Ingenieur in der Automobilbranche tätig werden will, malt sich also deutlich mehr Gehalt aus als eine Studentin aus demselben Studienfach und derselben Zielbranche.

Tabelle Gehaltserwartung

Ist das konventionelle Rollenbild weiterhin entscheidend?

Woran liegt es, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor weniger verdienen als Männer und die Lohnlücke eben nicht nur in den Köpfen existiert? Ist weiterhin das konventionelle Rollenbild entscheidend, wie Auftreten und Verhandlungsgeschick letztlich das (Einstiegs-)Gehalt bestimmen? Und dass es so etwas wie den Equal Pay Day überhaupt gibt?

Frauen sollten bei Gehaltserwartungen höher ansetzen und mit den Männern gleichziehen.

„Den eigenen Wert nicht unterschätzen, selbstbewusst in Verhandlungen gehen – ein wichtiger Tipp für Frauen, egal ob zum Berufseinstieg oder mit 20 Jahren Berufserfahrung. Das Problem hierbei: Diese Tipps kaschieren die systemische Komponente der geschlechtsspezifischen Diskriminierung. Es liegt eben nicht allein in der Hand der Frauen, die Welt zu ändern. Meine Erfahrung zeigt mir: Frauen sind im Berufsleben selbstkritischer, legen mehr überlegte Zurückhaltung und Reflexion an den Tag – Eigenschaften, die tatsächlich oft von Vorteil sind, im übersteigerten Maß aber schaden. Diese Übersteigerung ist anerzogen, findet den Ursprung in gesellschaftlichen Erwartungen und falschen Rollenbildern – es gilt also das Problem an der Wurzel zu packen, statt Symptome zu bekämpfen und alleinig Frauen eine Verhaltensänderung zu verschreiben.”

Wir bewahren Haltung und supporten wo es geht

„Nicht nur zum Equal Pay Day – mit unserer Haltung, aber auch mit unserem Handeln wollen wir zu einem Umdenken motivieren. Mit jobvalley Young Professionals verfügen wir über eine Abteilung, die Unternehmen nicht nur potentielle und qualifizierte Fachkräfte von morgen bereitstellt – vor allem agieren wir als Sparringspartner für Absolventen und Absolventinnen. Letztere bereiten wir in Beratungsgesprächen mit relevanten Tipps auf Gehaltsgespräche vor, so dass sie dieselben Chancen erhalten wie ihre männlichen Mitbewerber. Es ist wichtig, dass sie ihren Marktwert kennen und das Selbstbewusstsein und die Stärke erhalten, diesen innerhalb des Bewerbungsprozesses an der richtigen Stelle zu platzieren." 

Julia Menke
Über den/die Autor*in

Julia Menke

Meine Leidenschaft sind Bücher, deshalb studierte ich Literatur, Kultur und Medien mit dem Begleitfach Sprache und Kommunikation an der Uni Siegen. Nach meinem Volontariat im PR- und Marketingbereich und einigen Jahren in einer Agentur in Köln, bin ich ins Marketingteam zu jobvalley gekommen. Hier bin ich als PR & Content Strategist tätig. Nebst dem Strategischen liebe ich es jedoch nach wie vor zu Schreiben!

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