Michael Scharsig
Fachkraft Studie

Optimismus bis Zweifel: Diese Erwartungen haben Studenten ans Einstiegsgehalt

Michael Scharsig
Michael Scharsig
veröffentlicht am 19.3.2017

Wie wichtig sind den deutschen Studenten Einstiegsgehälter und wie sehen ihre Gehaltsvorstellungen aus? Sind Veränderungen mit Blick auf Geschlecht, Abschluss oder Fachbereich zu erkennen und was erwartet der durchschnittliche Student tatsächlich von seinem Arbeitgeber? Antworten auf diese Fragen haben wir in unserer Studienreihe „Fachkraft 2020“ gefunden.

Entscheidend für die Berufswahl ist nicht nur ein attraktives Gehalt, sondern auch die Fachnähe und die Wahrscheinlichkeit der Arbeitslosigkeit. Abweichungen vom durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 39 465 Euro sind gerade bei Juristen und Erziehungswissenschaftlern zu erkennen.

Der Gender Pay Gap

Auch zu Zeiten von Alice Schwarzer und allgemeiner Aufklärung ist der „Gender Pay Gap“ immer noch hartnäckig in den Köpfen der Studierenden festgesetzt. Die Herren der Schöpfung erwarten ein Einstiegsgehalt von 43.217 Euro, während die Damen mit 36.431 Euro 18 Prozent weniger Gehalt am Anfang ihrer Karriere erwarten. Diese ungleiche Erwartungshaltung wird sich erst ändern, wenn sich Frauen auf dem Arbeitsmarkt endgültig als genauso gleichberechtigt und gleichwertig ansehen wie Männer. In einem gesonderten Beitrag des Jobmensa Magazin möchten wir genauer darauf eingehen.

Die Akademische Qualifizierung

Nicht überraschend ist die Tatsache, dass das erwartete Einstiegsgehalt proportional zu steigender akademischer Qualifizierung steigt. Dementsprechend rechnen Bachelor-Absolventen mit durchschnittlich 35.140 Euro und Master-Absolventen mit 11,5 Prozent mehr, also 39.169 Euro. Investiert der Student nun noch Zeit und Aufwand in einen Doktortitel, veranschlagt er durchschnittlich 42.203 Euro für seinen Berufsstart.

Erwartetes Brutto-Jahresgehalt nach höchstem angestrebten Abschluss

Das erwartete Brutto-Jahresgehalt nach Fachbereich

Besonders interessant ist die Erwartungshaltung in Hinblick auf die einzelnen Fachbereiche. Juristen erwarten mit 49.763 Euro fast doppelt so viel wie Theologie/Religionswissenschaftler, die gerade mal 26.790 Euro erwarten. Auch Sprach- und Kulturwissenschaftler (29.963 Euro), Sozial- und Geisteswissenschaftler (30.251 Euro) sowie Erziehungswissenschaftler (30.448 Euro) liegen mit ihren Gehaltsvorstellungen eindeutig unter dem Bundesdurchschnitt.

Erwartetes Gehalt nach Fachrichtung

Da sieht es bei Medizin sowie den Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaften schon deutlich selbstbewusster aus. Deren Gehaltserwartungen liegen all samt über dem bundesweiten Schnitt. Medizin, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaftler erwarten jeweils 43.230 Euro bzw. 41.693 Euro. Auch die Mint-Fächer, also Informatik, Mathe, Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften steigen mit ähnlichen Gehältern (Informatik: 44.363 Euro; Ingenieurwissenschaften: 44.283 Euro; Mathematik: 40.638 Euro; Naturwissenschaften: 40.285 Euro) ein.

Arbeitslosenquote: Männer und Master-Studenten optimistisch

Neben dem Gehalt ist ein weiterer entscheidender Faktor für die Berufswahl die Wahrscheinlichkeit nach dem Studium keine Arbeit zu finden. Auch hier sehen sich Frauen prinzipiell benachteiligt. 32,4 Prozent von 23.183 befragten Frauen nehmen an, nach ihrem Studium nicht direkt in den Job einsteigen zu können. Von den 25.317 befragten Männern sehen hingehen nur 25,8 Prozent einer vorerst arbeitslosen Zukunft entgegen.

Der Blick auf die höchsten angestrebten Abschlüsse offenbart keine überraschenden Besonderheiten. Erwartungsgemäß wird post-graduelle Arbeitslosigkeit mit steigender Qualifizierung als weniger wahrscheinlich angesehen (Bachelor → Master → Promotion). Das Staatsexamen sticht mit einer besonders niedrigen Sorge von Arbeitslosigkeit nach dem Hochschulabschluss hervor. Hier sind es lediglich 25,6 Prozent alle 48.500 Befragten, die mit anfänglichen Problemen bei der Jobsuche rechnen.

Michael Scharsig
Über den Autor

Michael Scharsig

Mein Name ist Michael, ich habe früher für jobvalley gearbeitet und Artikel für das Jobmensa Magazin verfasst. 2013 habe ich mein JPR-Studium (Journalismus/Public Relations) abgeschlossen. Parallel dazu war ich rund zwei Jahre als Online-Fußballredakteur in NRW unterwegs und bin anschließend für drei Monate nach London gegangen. Dort lernte ich dann Marketing und Instagram näher kennen. In meiner letzten Station hatte ich als PR-Volontär mit Social Media und Blogger Relations zu tun. Privat bin ich außerdem Filmblogger und habe 2014 eine Rock-am-Ring-Facebook-Seite betreut, die sich dafür einsetzte, dass Festival in meine Heimat zu holen. Hat nicht geklappt, aber Spaß hat's gemacht.